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Was passiert mit uns, wenn wir sterben? Wie sieht das Jenseits aus?
Was folgt auf den Tod? Diese Fragen wurden im Verlauf der menschlichen
Geschichte immer wieder gestellt. Etliche Filme liessen mögliche
Antworten auf diese Fragen auf der Leinwand wahr werden. Was aber
würde passieren, wenn ein Mensch nicht nach seinem Tod auf das Leben
zurück blicken, sondern schon vor seiner Geburt dem Leben einen Besuch
abstatten könnte? Würde er am Ende seiner Visite gar beschliessen, es
sei besser, nicht geboren zu werden?
„Guf
Ha-Neschamot - Die Halle der Seelen“ wagt den Realitätstest: P. darf
sich für einen Tag auf der Erde umsehen, noch bevor er geboren – ja,
bevor er überhaupt gezeugt ist. Von Beginn an sieht P. sich mit
Situationen und Erlebnissen konfrontiert, die ihm unbekannt und
unverständlich sind: Ein liebeswütiger Hund verfolgt ihn durch einen
Park; ein Jogger fühlt sich von ihm aufs Gefährlichste bedroht;
farbiges Flimmer-Feuerwerk aus TV-Schirmen verwirrt seine Sinne und
eine seltsame Zigarrette macht das Ganze nicht unbedingt einfacher.
Nur langsam erschliessen sich Zusammenhänge und Bedeutungen all’der
Gegenstände, der Begegnungen und Eindrücke.
P.
nimmt ein kleines Päckchen mit weichen Gummikreisen an sich, das eine
junge Frau verliert. Fortan versuchter beharrlich, den Sinn dieser
Dinge zu entschlüsseln. Eins davon kaut er wie ein Kaugummi, ein
anderes bläster auf wie einen Luftballon – doch keine Anwendung
scheint richtig zu sein. Als ein ziemlich cooler Typ ihm schliesslich
das letzte Gummi entwendet, scheint die einzige verbliebene Chance in
Gefahr, die Bedeutung dieser Gummis zu enträtseln. P. hat nur noch ein
Ziel: Er muss es zurück bekommen! Denn wenn er das Geheimnis der
Kondome lüften könnte, so würde er dem Schlüssel zum Verständnis des
Lebens bestimmtein großes Stück näher kommen.
Immer
wieder begnet P. der jungen Frau, die die Kondome verloren, und dem
Mann, der ihm das Letzte weggenommen hat. Er kann es sich nicht
erklären, aber er fühlt sich stark zu den Beiden hingezogen. Warum
fasziniert ihn diese Frau, dieser Typ? P. weiß noch nicht, dass diese
zwei Menschen ein Paar sind - und von großer Bedeutung für sein
späteres Leben.
Seine
kleine Reise durch die Stadt führt P. in witzige Missverständnisse und
bezaubernde wie auchtragische Momente. Hin- und hergerissen, erreicht
P. am Ende sein Ziel: Er kann sein letztes Kondom vondem Typen zurück
erobern – und bewirkt dadurch unbewusst seine eigene Zeugung und
Geburt...
Und wer
nach „Guf Ha-Neschamot - Die Halle der Seelen“ in die Runde blickt,
kann sich ruhig einmal die Frage stellen, wer im Publikum denn
wirklich ein Sterblicher ist – und wer nur kurz zu Besuch im Diesseits
weilt... |